FRÜF – Frauen reden über Fußball

FRÜF022: Fußball als Leidensweg

FRÜF022: Fußball als Leidensweg

„Fußball ist eine Qual. Es ist eine bestimmte Art von Schmerz, nach dem die Bevölkerung süchtig ist und den wir weder aufgeben wollen noch können. Es ist Sport, der uns alle zu Masochist*innen macht“, schreibt Sophie Lawson in ihrem Gedicht „Football: a love letter to misery“. Und sie hat nicht ganz unrecht: Haben wir uns als Fans nicht alle schon mal die Frage gestellt, warum wir uns das eigentlich antun? In der aktuellen Folge wollen wir den negativen Emotionen rund um den Fußball, über die wir sonst alle nicht so viel sprechen, Raum geben.

Anna, Annika, Becci und Jasmin widmen sich dem Thema „Fußball als Leidensweg“ ausgiebig aus Fan- und Spielerinnenperspektive. Was haben unsere negativsten Fußballemotionen mit Abstiegssaisons, Verlustserien und zerstörten Hoffnungen zu tun? Ist geteiltes Leid wirklich halbes Leid? Lohnt sich das Hoffen auf den emotionalen Return? Was ist, wenn Fußballemotionen unsere Beziehungen belasten? Und welche toxischen Körperbilder unterstützen wir als Fans? Das und viel mehr besprechen wir in dieser Folge. Dabei gehen wir auch auf die Themen Alkohol(sucht), Spielsucht, Depression und Essverhalten ein. Bitte achtet auf euch und überspringt den jeweiligen Block, wenn das für euch schwierige Themen sind.

FRÜF021: Die Fußball-Europameisterschaft 2022 in England

Ein richtiger Fußballsommer steht an! Am 6. Juli beginnt die EM mit einem Auftaktspiel zwischen England und Österreich im Old Trafford und beschert uns bis zum 31. Juli mit dem Finale im Wembley jede Menge Highlights. Allerdings könnte hier leider fast exakt der gleiche Text stehen wie bei der Folge zur WM im Jahr 2019, denn in den großen deutschen Medien bekommt man davon bisher fast nichts mit.

Eine entscheidende Änderung ist aber unsere Besetzung, denn es ist die erste Folge mit einem Teil der neuen FRÜF-Crewmitglieder. Jule, Alina, Ellen, Annika und Louisa sprechen darüber, wie weit Deutschland bei dieser Europameisterschaft kommen könnte. Wird das Team von Martina Voss-Tecklenburg den eigenen hohen Ansprüchen gerecht oder gibt es wieder ein enttäuschend frühes Aus? Wer sind die Favoritinnen auf den Titel und wer könnte überraschen? Außerdem sprechen wir darüber, was uns im Vorfeld geärgert hat – und auf was wir uns besonders freuen. Zudem erzählt Alina von der großen Vorfreude in Schweden, die sie selbst mitbekommen hat. Wir freuen uns auf jeden Fall auch schon sehr!

FRÜF020: Rassismus in der Kreisliga

Durch eine Anfrage des MDR wurden wir auf das Thema „Rassismus in der Kreisliga“ aufmerksam. Im Februar 2022 veröffentlichte der MDR eine Doku-Serie mit dem Verein Blau-Weiß Grana im Mittelpunkt. Ausgehend von einem Vorfall während eines Spiels vor mehreren Jahren sind der Verein, die einzelnen Mannschaften und die Spieler rassistischen Anfeindungen ausgesetzt.

In dieser Episode besprechen Friederike und Julia zum einen diese Doku-Serie. Dank der Zusammenarbeit mit dem MDR konnten wir aktuelle Antworten von zwei Spielern des Blau-Weiss-Grana sowie der Autorin der Doku-Serie, Vera Weber, einbinden. Auf der anderen Seite haben sie die Serie zum Anlass genommen, in ihrer Recherche grundsätzlich der Frage nach Rassismus in der Kreisliga nachzugehen. Im Mittelpunkt steht hierbei nicht der Positivismus, der postuliert, dass Fußball Integration und Inklusion unterstütze, sondern eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie zugänglich Amateur-Männerfußball tatsächlich ist. Die Folge soll den Anstoß zu einer vertiefenden Diskussion geben.

FRÜF019: Lieblingsspieler*innen oder Personenkult?

Schon seit der Gründung von FRÜF steht ein Gespräch über Lieblingsspieler*innen als mögliches Sendungsthema bei uns auf dem Zettel. Lieblingsspieler*innen sind etwas, womit man sich als fußballaffiner Mensch sehr identifizieren kann, jede*r hat eine Geschichte dazu – und wenn es die ist, dass man immer wieder erklären muss, warum man keine*n Lieblingsspieler*in hat. Viele sind vielleicht auch als Kinder über einzelne Spieler*innen überhaupt erst zu Fußballfans geworden. Gleichzeitig scheint es etwas anderes zu sein, Fan von Spieler*innen zu sein als Fan eines Vereins.

Diesen Unterschied wollen Becci, Ellen, Jasmina und Petra heute zusammen mit euch ergründen. In unserer bunten Sendung sprechen wir über unsere ganz persönlichen Lieblingsspieler*innen (der Gegenwart und Vergangenheit) und darüber, was sie für uns bedeuten. Wir versuchen, mithilfe eurer Stimmen in unserer kleinen Umfrage zu analysieren, was jemanden eigentlich zum*r Lieblingsspieler*in macht: Geht es da nur um Sportliches oder spielen noch andere Dinge eine Rolle? Schließlich machen wir die Metaebene noch etwas größer auf, wenn es darum geht, Personenkult in einer Teamsportart, aber auch generell zu hinterfragen und gemeinsam darüber nachzudenken, was es mit uns als (Fußball-Fan-)Gesellschaft macht, wenn wir unser Fan-Sein zu sehr auf einzelne Persönlichkeiten beziehen.

Bonus: Frauenquote und dann? Fußball divers denken

Brauchen wir eine Frauenquote im Fußball? Was passiert, wenn irgendwann 20 – 30 % weiße, mittelalte Frauen in den Vorständen des Fußballs sind – haben wir dann unser Ziel erreicht? Wie können wir den Fußball für PoCs, Queers und behinderte Menschen vom Feld bis in die Führungsetagen inklusiver machen? Braucht es dafür Quoten oder hört der Spaß irgendwann auf?

Das und noch vieles mehr wurde beim Podium „Frauenquote und dann? Fußball divers denken“ diskutiert, das unsere Mara Pfeiffer (@wortpiratin) moderieren durfte und von der wir freundlicherweise den Audiomitschnitt hier im Podcast senden dürfen. Mit dabei sind Schiedsrichterin Riem Hussein, Daniela Wurbs, Projektleiterin bei „KickIn! - Beratungsstelle Inklusion im Fußball“, Fußballspielerin Deniz Özer, Pia Mann von „Discover Football“ und dem DFC Kreuzberg, Anna-Maria Hass aus der AG Diversität des FC St. Pauli und am Anfang kurz Antje Grabenhorst vom F_in Netzwerk.

Das Podium war die Auftaktveranstaltung der F_in-Konferenz „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich?!“, die Anfang Juni 2021 online stattfand.

FRÜF018: LGBTQIA+ ist mehr als Coming-out

FRÜF is back! Pünktlich zum ersten Jubiläum unserer Auszeichnung mit dem Goldenen Blogger am 9. März 2020 haben wir die erste Sendung des neuen Jahres für euch. Für die neue Folge haben wir uns vom Erinnerungstages im deutschen Fußball der Initivative „!Nie wieder“ inspirieren lassen, der diesmal die Schicksale derer in den Fokus gerückt hat, die aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität von den Nazis verfolgt wurden.

Wir spannen den LSBTIQA+ Regenbogen im Fußball auf, reden über den unterschiedlichen Umgang mit dem Thema Coming-out im Männer- und Frauenfußball, die Solidaritätsaktion der „11 Freunde“, Umgang mit der Problematik von Binarität im Sport und vieles mehr. Dafür haben wir mit Freddy und Eva-Lotta zwei tolle Gäst*innen eingeladen. Wir hoffen, ihr habt an der Folge so viel Freude wie wir und freuen uns, dass ihr uns auch mit unserem nach wie vor etwas unregelmäßigen Veröffentlichungsturnus weiter die Treue haltet.

Bonus: Die Sonne mit der hautengen Hose

In dieser FRÜF-Sonderfolge präsentieren wir euch exklusiv einen Ausschnitt aus dem neuem Hörbuch „Die Sonne mit der hautengen Hose“ von Sonja Riegel. Ja, ihr habt richtig gehört: Unsere Sonja ist unter die Autorinnen gegangen und hat ihre Kurzgeschichten über wunderbare, abgefahrene, einzigartige Erlebnisse beim Groundhopping auch gleich noch selbst eingelesen und eigenhändig ein Hörbuch produziert!

Wie Sonja auf die Idee gekommen ist, ein solches Hörbuch zu veröffentlichen? Schon seit ein paar Jahren trug sie den Gedanken mit sich herum, kleine abgeschlossene Geschichten über besonders erzählenswerten Fußballspiele, die sie besucht hat, aufzuschreiben. Am Ende hat Sonja ihre Zeit dann aber doch lieber zum Reisen selbst genutzt, sozusagen um Stoff für die Geschichten zu sammeln. Bis jetzt. Denn als wegen der Pandemie kein Groundhopping mehr möglich war, war die Idee des Groundhopping-Hörbuchs wieder aktuell. Schon allein, weil schöne Erinnerungen den Hörenden vielleicht in der aktuellen Zeit mit all ihren Einschränkungen auch einen Ausblick auf die Zeit „danach“ geben können – auf eine Zeit, in der wir die Fußballplätze der Welt wieder selbst bereisen können.

Bis dahin erfreuen wir uns jetzt an Sonjas Hörbuch. Wir sind sehr froh und stolz, dass wir als Testleserinnen und -hörerinnen das Projekt ein kleines bisschen bei der Entstehung begleiten durften – und dass Sonja uns erlaubt hat, das Vorwort des Buches sowie die Kurzgeschichte „Don't Look back in Enga“ für euch hier im FRÜF-Podcast zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Hören! Wenn ihr es genau so toll findet wie wir, schaut gerne bei Sonjas Bandcamp-Seite vorbei und klickt euch das gesamte Hörbuch mit fünf Kurzgeschichten. Wir versprechen: Es lohnt sich!

FRÜF017: A Special Year

2020 war... anders. Und weil das so ist, haben wir uns gedacht, wir kommen zum Jahresende nochmal als FRÜF-Crew zusammen und lassen ein bisschen Revue passieren. Nicht, weil wir glauben würden, dass ein Jahresrückblick das ist, was 2020 noch gebraucht hat. Not at all. Aber wir hatten das Gefühl, dass wir euch gerne nochmal ein bisschen von unseren ganz persönlichen Erlebnissen und unseren Fußballerlebnissen in diesem Jahr erzählen wollten – und davon, was das für diesen Podcast bedeutet hat.

Wir sind jedenfalls sehr dankbar, dass ihr weiterhin unsere Hörenden seid und uns so die Treue haltet. 2021 wird... anders. Und wir als FRÜF werden auch 2021 wieder an eurer Seite sein. Bis dahin: Kommt gut durch die Zeit!

FRÜF016: Trikots zwischen Identifikation und Kommerz

Zu standard, zu flippig, zu bunt, zu langweilig; die Farben passen nicht zum Verein oder sehen gar nach einem anderen Verein aus; zu viel Schlafanzug- oder Sträflingsuniform-Optik; zu spießiger Kragen oder zu weiter Ausschnitt; Knöpfe oder auf keinen Fall Applikationen; und nicht zu vergessen: die Passform. Fußball-Trikots liefern Fans und Medien jedes Jahr aufs Neue reichlich Stoff für Berichterstattung, Rankings, Kaufrausche und ganz, ganz viel Aufregung. Aber woher kommt das eigentlich, dass uns die Trikotdesigns unserer Vereine so wichtig sind? Wie viel Identifikationsobjekt kann in einem einfachen Stück Stoff stecken?

Jasmin, Ellen, Jasmina, Sonja und Becci haben für diese FRÜF-Episode ihre Kleiderschränke geplündert und die schönsten und weniger schönen Objekte der Trikot-Begierde herausgesucht. Wir beschäftigen und mit Designelementen und Sammelleidenschaften, aber kommen dabei um eine große Frage nicht herum: Wie weit wollen wir uns persönlich in die Kommerz-Welt des Fußballs hineinbegeben? Wie gehen wir mit problematischen Trikotsponsoren um? Und muss es wirklich jede Saison neue Polyester-Trikots zu horrenden Merch-Preisen geben? Nachhaltigkeit und faire Produktion sieht anders aus als der Status Quo … Zum Glück gibt es immerhin ein paar positive Ausnahmen zu berichten, in denen Vereine die wertvolle Werbefläche des Trikots für sinnvolle, aktivistische Zwecke nutzen.

Und während wir uns in diesem Spannungsfeld von Identifikation und Kommerz bewegen, haben wir noch gar nicht über gerade und taillierte Schnitte gesprochen und die Frage, welches Trikot welcher (Frauen- oder Männer-)Mannschaft eigentlich für wen zu haben ist … Ihr seht schon: Es gibt einiges zu besprechen.

FRÜF015: Der Milliardär und das H-Wort

Fans in Fußballstadien – das klingt in Zeiten einer weltweiten Corona-Pandemie nach Utopie. Vor einem halben Jahr sah das aber ganz anders aus: Fans haben in den Kurven der Bundesliga (m) ihre Antipathie gegen „den modernen Fußball“ zum Ausdruck gebracht. Wichtigstes Ziel: Dietmar Hopp. Das Konterfei des Hoffenheim-Mäzen wurde im Fadenkreuz gezeigt und Hopp als „H***-sohn“ bezeichnet.

Wegen dieser Plakate und Schmähgesänge wurden verschiedene Partien in der Bundesliga (m), aber auch in der 3. Liga (m) unterbrochen. In den folgenden Tagen wurde die Debatte um Dietmar Hopp groß und laut geführt. Begriffe wie „Lex Hopp“ und „3-Stufen-Plan“ machten die Runde. Aber ein Gesichtspunkt, der in der Debatte gefehlt hat, wurde nicht wirklich besprochen – wie ist das eigentlich mit Sexismus in der Sprache beim Fußball?

Mara, Tamara, Nicole, Julia und Nele unterhalten sich in dieser Sendung über das H-Wort und den Milliardär. Mara hat im Vorfeld der Sendung mit Helen Breit (Unsere Kurve) über Sexismus in der Fußballsprache gesprochen. In den weiteren Teilen der Sendung erklärt Nicole den 3-Stufen-Plan und die Lex Hopp, die fünf erläutern weitere Beispiele von sexistischer Sprache im Fußball und die Problematik der Begrifflichkeit wird aufgearbeitet. Das Patriarchat und ein überzogenes Männlichkeitsideal spielen genauso eine Rolle wie Lösungsansätze für die Zukunft.

Bevor ihr euch die Sendung anhört, hier eine Content-Warnung: In dieser Folge gibt es die Reproduktion expliziter Sprache, die erschütternd oder beleidigend aufgefasst werden kann. Schützt euch, wenn ihr mit expliziter Sprache nicht umgehen wollt oder könnt – und hört euch diese Folge dann nicht an.